Mühlbacher Holzmusik


Irgendwann weit vor dem 19. Jahrhundert hatten Mühlbacher Bergknappen oder Bauern, so genau lässt sich das nicht mehr eruieren, das Bedürfnis gemeinsam zu musizieren. Da man zu dieser Zeit nicht so einfach an Musikinstrumente kam schnitzten sie sich ihre Instrumente selbst. Holzflöten allein genügte ihnen aber nicht. Sie wollten eine richtige „Banda“ (ein Orchester) gründen. Dazu gehörte, neben den Flöten, die das musikalische Thema trugen, auch eine Bassbegleitung (Tuben). Den Takt schlugen Trommeln und Tambour. Aber auch Tschinellen fehlten nicht. Allerdings waren alle Instrumente aus Holz geschnitzt. Den einzigen fremden Klang in dieser hölzernen Tonwelt, brachte die Triangel. Der Stab aus Metall war den Knappen von ihrer Arbeit vertraut. Mit ihm wurde im Bergbau Beginn und Ende der Schicht eingeläutet.

Im Jahre 1911 fand man in einer alten Truhe auf dem Dach des Bernhardbauern in Mühlbach am Hochkönig einen seltsamen Gegenstand: eine etwa eineinhalb Meter lange, nach einer Seite sich verjüngende, recht grob aus einem Stamm heraus gehackte Holzröhre mit einer Art Spundloch in der Mitte. Daneben ein ebenfalls durchbohrter Zapfen, der in das Spundloch passte. Ein altes Gemeindemitglied erinnerte sich: „Da hatte es doch einmal bei den Bergknappen so eine Banda gegeben mit hölzernen Instrumenten...“ Das war der Wiederbeginn der Mühlbacher „Holzmusi“. Als optischer Aufputz für die Musikgruppe kommen noch zwei Marketenderinnen dazu.
Heute ist die „Holzmusi“ bei keinem Fest wegzudenken und ein echtes Mühlbacher Original.

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